Pussy Riot: Keine Barmherzigkeit in Russlands Justiz
Hatte Präsident Putin in seiner Rede an die Nation vor wenigen Wochen noch den Mangel an Barmherzigkeit und Mitgefühl in der russischen Gesellschaft beklagt, so hat seine gelenkte Justiz dem ein weiteres krasses Beispiel hinzugefügt.Allein dass die beiden Frauen von Pussy Riot das russische Weihnachtsfest im Straflager weit weg von ihren Kindern verbringen mussten, während sich die Kremlherren in der Kirche feiern ließen, belegt deren moralische Verkommenheit und seelische Grausamkeit. Mit seiner ausgeprägten Kaltblütigkeit verkörpert Putin das Gegenteil der von ihm angemahnten Empathie.
Das heutige Urteil steht in einer Linie mit dem erst kürzlich verabschiedeten Adoptionsverbot von russischen Waisenkindern an US-Bürger - es leiden immer die Schwächsten in der russischen Gesellschaft, zumal wenn es um den Machterhalt der russischen Eliten geht.
Es ist pervers, dass Steuerflüchtlinge aus Frankreich vom Präsidenten hofiert werden, während die eigenen zu Recht kritischen Bürger drangsaliert, unterdrückt und weggesperrt werden.
Geografisch fällt dem angehenden Kulturminister von Mordowien, Gerard Depardieu, nun auch die Zuständigkeit des Straflagers 14 zu, in dem Nadeschda Tolokonnikowa, ihre Strafe verbüßt. Er wäre gut beraten seinen nächsten Film über die bittere Wirklichkeit in GAZ-Putins Strafkolonien zu drehen.
Wir werden beim Parlamentariertreffen EU-Russland in der kommenden Woche erneut die Missstände in der russischen Justiz zur Sprache bringen und die Forderung des Parlaments nach sofortiger Freilassung der politischen Gefangenen erneuern.








