Presseartikel

13. Juli 2012

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Welt "Russland verabschiedet umstrittenes NGO-Gesetz"

Trotz scharfer Kritik hat das russische Unterhaus das umstrittene Gesetz auf den Weg gebracht, das vom Ausland finanzierte Nichtregierungsorganisationen als "Auslandsagenten" einstuft. Mit breiter Mehrheit stimmte die Duma während ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause für den Entwurf. Nun muss noch der Föderationsrat als Oberhaus zustimmen, bevor Präsident Wladimir Putin das Gesetz in Kraft setzen kann.

In dritter und letzter Lesung votierten 374 Abgeordnete für das von der Regierungspartei Einiges Russland eingebrachte Vorhaben. Drei Parlamentarier stimmten dagegen, einer enthielt sich. Minuten zuvor war der Entwurf in zweiter Lesung verabschiedet worden. Die erste Lesung war vor einer Woche abgehalten worden. Auch da erhielt das Gesetzesvorhaben eine breite Zustimmung, da Einiges Russland in der Duma die Mehrheit der Abgeordneten stellt.

Das international heftig kritisierte NGO-Gesetz richtet sich gegen sämtliche Nichtregierungsorganisationen, die vom Ausland aus finanziert und in Russland politisch aktiv sind. Sie sollen dazu verpflichtet werden, sich speziell registrieren zu lassen. Zudem droht ihnen eine strenge Kontrolle ihrer Finanzen. Verstöße sollen mit schweren Geldstrafen oder gar Gefängnis geahndet werden.

Nach offizieller Darstellung dient das Gesetz dazu, ausländische Staaten daran zu hindern, auf die Innenpolitik Russlands Einfluss zu nehmen. Niemand aus dem Ausland habe das Recht, das Schicksal Russlands zu bestimmen, hieß es in einer Online-Petition von kremltreuen Organisationen, die sich für den Gesetzentwurf stark machen. Putin hatte den USA vorgeworfen, die jüngsten Proteste gegen seine dritte Amtszeit als Präsident unterstützt zu haben.

Kritiker befürchten jedoch, dass das Gesetz etwa auf die Wahlbeobachterorganisation Golos, die Unregelmäßigkeiten bei den jüngsten Wahlen in Russland angeprangert hatte, und auf die Anti-Korruptionsorganisation Transparency International abziele. Betroffen sein dürften auch Umweltorganisationen sowie Aktivisten, die sich für Menschen- und Freiheitsrechte stark machen.

Auf Widerstand stieß der Gesetzentwurf in der Duma erneut bei der Fraktion der populistischen Partei Gerechtes Russland. Deren Abgeordneter Ilja Ponomarew kritisierte, dass das Gesetz ihn automatisch zu einem ausländischen Agenten mache, wenn er im Ausland Geld für die Opfer der Überschwemmungskatastrophe in der südlichen Stadt Krimsk sammeln würde. Das Gesetz schade deshalb der Zivilgesellschaft.

Neben dem NGO-Gesetz verabschiedete die Duma auch ein Gesetz, das Verleumdungen zu Straftatbeständen macht. Sie sollen demnach mit Geldstrafen von bis zu fünf Millionen Rubel (mehr als 125.000 Euro) bestraft werden können. Die Abstimmung wurde von den Kommunisten boykottiert.

"Offensichtlich will die Regierungspartei die für sie im Volksmund grassierende Bezeichnung 'Partei der Gauner und Diebe' künftig unter Strafe stellen", erklärte der Europaabgeordnete Werner Schulz von den Grünen. Noch sei unklar, "in welcher Härte" die beiden verabschiedeten Gesetze letztlich angewandt würden. Es sei jedoch zu befürchten, dass die "beabsichtigte Politik der Abschreckung und Angstverbreitung" bereits Wirkung zeige.

(c) Welt und afp


18. Juni 2012

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Welt "In die Ukraine fahren! Klartext reden!"

Grünen-Politiker Werner Schulz fordert Politiker auf, zu EM-Spielen in die Ukraine zu reisen – und dort gegen Menschenrechtsverletzungen wie die an Julia Timoschenko zu protestieren. Von Claudia Ehrenstein


18. Juni 2012

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taz "Das System Janukovitsch angreifen"

Logo_tazDer grüne Europaabgeordnete Werner Schulz hat Julia Timoschenko im Krankenhaus besucht. Ein Gespräch über die Opposition, den deutschen Boykott und die EM.
Interview: Barbara Oertel


15. Juni 2012

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FR/ Berliner Ztg "Visite am Krankenbett"

Politischer Protest am Rande der Fußball-EM: Als erste deutsche Politiker haben am Donnerstag die Europa-Abgeordneten Rebecca Harms und Werner Schulz (beide Grüne) die inhaftierte ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko besucht. Das Treffen dauerte rund zweieinhalb Stunden und fand in dem Krankenhaus von Charkiw statt, in dem Timoschenko wegen eines Bandscheibenvorfalls behandelt wird.

14. Juni 2012

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Tagesspiegel "Auch die Kanzlerin sollte nach Kiev fahren"

Der Grünen-Abgeordnete Werner Schulz spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über den politischen Boykott der EM in der Ukraine und seinen Besuch bei Julia Timoschenko. Interview: Claudia von Salzen

 

15. Juni 2012

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DW " Bei der Fussball-EM Flagge zeigen"

EU-Parlamentarier Werner Schulz hat das getan, was viele in Deutschland gefordert haben: Er kam zur EM in der Ukraine und besuchte die inhaftierte Julia Timoschenko. Ein Interview mit dem Grünen-Politiker.

13. Juni 2012

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FR "Charkow im Zwiespalt"

In der Stadt, in der Deutschland auf die Niederlande trifft, sitzt die ukrainische Oppositionsführerin Julia Timoschenko im Gefängnis. Wegen ihrer Inhaftierung herrscht politische Eiszeit. Deutsche und niederländische Politiker meiden deshalb das Spiel, ausgenommen zwei Politiker der Grünen. Sie wollen Timoschenko vor dem Spiel im Gefängnis besuchen.