Presseartikel

13. Juni 2012

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dpa "Timoschenko - Fußball: Schulz fordert vor Timoschenko-Treffen mehr Engagement"

Charkow (dpa) - Im Fall der inhaftierten ukrainischen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat der Europaabgeordnete Werner Schulz von westlichen Politikern mehr Engagement gefordert.

Kritik an den Verhältnissen in der Ukraine sei gerade während der Fußball-Europameisterschaft in der Ex-Sowjetrepublik möglich und nötig, sagte der Grüne-Abgeordnete telefonisch der Deutschen Presse-Agentur in Charkow. «Die EM ist von der Politik nicht zu trennen, weil schon die Vergabe des Turniers politisch war.» Die Europäische Fußball-Union UEFA habe das Turnier 2007 Polen und der Ukraine «als Vorschuss für weitere politische Reformen» zuerkannt.

Schulz wollte am Mittwoch noch mit der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Europaparlament, Rebecca Harms, im Krankenhaus in Charkow Timoschenko treffen. Es wäre der erste Besuch deutscher Politiker bei der Oppositionspolitikerin, die in der Klinik etwa 480 Kilometer östlich der Hauptstadt Kiew von Berliner Ärzten behandelt wird.

Schulz sagte der dpa, er wolle mit Harms am Abend am Rande des EM-Spiels Deutschland gegen die Niederlande direkt im Stadion gegen den Umgang der Behörden mit Timoschenko protestieren. Er habe von der UEFA eine Eintrittskarte erhalten und werde den Gegenwert an ein Kinderprojekt spenden. «Wir wollen mit unserer Aktion auch die Ehrengäste aufrütteln, die mit uns im VIP-Bereich sitzen», sagte Schulz. Er sehe dies nicht als Verletzung des Gastrechts. «Unser Protest richtet sich gegen die politische Führung und nicht gegen die Menschen in der Ukraine, von denen viele echte Demokraten sind.


05. Juni 2012

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stern "Syrien-Konflikt weiterhin Streitthema bei Gipfeltreffen"

Logo_sternDie EU und Russland sind in der Syrien-Krise weiterhin uneins. "Selbstverständlich sind wir uns nicht in allen Punkten einig", sagte der russische Präsident Wladimir Putin beim EU-Russland-Gipfel in St. Petersburg. China warnte erneut vor einem internationalen Militäreinsatz in Syrien.

Putin äußerte sich nach dem Treffen mit EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nur indirekt zur Syrien-Frage. "Wir haben die wichtigsten internationalen Fragen diskutiert", sagte Putin. Dabei sei es auch um die Situation in Syrien gegangen. Die Gespräche seien "ergiebig" gewesen, aber "selbstverständlich" seien sich beide Seiten "nicht in allen Punkten einig".

Trotz ihrer Differenzen müssten Russland und die EU ihre Kräfte bündeln, um einen Bürgerkrieg in Syrien zu verhindern, sagte Van Rompuy. "Die Europäische Union und Russland haben unterschiedliche Herangehensweisen, aber wir sind uns vollkommen einig, dass der Annan-Plan als Ganzes die beste Möglichkeit bietet, die Gewaltspirale in Syrien zu beenden, einen Bürgerkrieg zu verhindern und eine friedliche und langfristige Lösung zu finden", sagte Van Rompuy.

EU-Politiker Schulz kritisiert Putin scharf

Dazu müssten sich die EU und Russland eng abstimmen und eine geschlossene Haltung zeigen. Es müsse darauf hin gearbeitet werden, die Gewalt zu beenden und einen Prozess des politischen Übergangs einzuleiten, sagte Van Rompuy. Putin äußerte sich nicht zur Forderung nach einem "politischen Übergang", was den Rücktritt von Syriens Präsident Baschar al-Assad beinhalten würde.

Der Grünen-EU-Politiker Werner Schulz warf Putin "Beihilfe zum Mord" vor. Der russische Präsident zeige sich "unglaublich hart", sagte Schulz im Deutschlandradio Kultur. Bislang habe Russland jede Lösung abgelehnt und blockiert. "Russland tut alles, um diese Diktatur zu stützen, überhaupt tut Russland alles, um Diktaturen weltweit zu stützen", sagte Schulz.

Assad lässt die seit März 2011 anhaltenden landesweiten Massenproteste blutig niederschlagen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden seither mehr als 13.400 Menschen getötet. Annan stellte als Sondergesandter von UNO und Arabischer Liga einen Sechs-Punkte-Plan auf, der ein Ende der Gewalt herbeiführen soll. Diese hält jedoch unvermindert an.

Kämpfe in Syrien halten an

Auch am Montag gab es laut der Beobachtungsstelle wieder landesweite Kämpfe. Bei Auseinandersetzungen zwischen Armee und Rebellen in der nordwestlichen Provinz Idlib wurden demnach zwei Rebellen getötet. Mehrere Ortschaften wurden laut syrischer Opposition unter Beschuss genommen. In der Provinz Damaskus wurde ein junger Mann erschossen. In seiner ersten Rede seit Januar hatte Assad am Sonntag erklärt, er werde den Volksaufstand auch weiterhin niederschlagen lassen.

Nach zahlreichen internationalen Sanktionsrunden brachte Frankreichs Präsident François Hollande zuletzt eine militärische Intervention unter UN-Mandat ins Gespräch. Die als Sprachrohr der Kommunistischen Partei geltende chinesische Zeitung "People's Daily" warnte vor einem ausländischen Militäreinsatz. Sollte vom Annan-Plan abgewichen werden, hätte dies "einen Krieg großen Ausmaßes" zur Folge. Die internationale Gemeinschaft müsse an dem Plan festhalten.


04. Juni 2012

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Welt "Putin lässt Europäer bei Syrien-Frage abblitzen"

  Bei Russland erreicht man mit Druck traditionell wenig. Das zeigte sich nun wieder: Putin verweigert beim EU-Russland-Gipfel einen härteren Syrien-Kurs und fordert die Rebellen zu Gesprächen auf. Von Julia Smirnova


09. Mai 2012

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DLF "Weißrussland, die EU und die Eishockey-WM

Logo_DLFNach zahlreichen Sanktionen der EU gegen das Lukaschenko-Regime ist nun auch die Eishockey-WM 2014 in die Diskussion geraten. Das EU-Parlament hat den Internationalen Eishockey-Verband aufgefordert, wegen anhaltender Repressionen in Weißrussland die WM an ein anderes Land zu vergeben.

Kommentar von Doris Simon zum Nachhören

25. April 2012 Interview

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TSP "Das ist ein Rachefeldzug"

Logo_TSPDer Fall Timoschenko erregt großes Aufsehen – gerade weil Europa wegen der bevorstehenden Fußball-EM auf das Land schaut. Der EU-Parlamentarier Werner Schulz im Interview mit Matthias Schlegel, Tagesspiegel.

05. Mai 2012

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LVZ "Claqueure am neuen Zaren-Hof“

Am Tag vor der Amtseinführung Wladimir Putins als russischer Präsident wollen morgen seine Fans durch Moskau ziehen. Über den Kreml- Chef sprach Dieter Wonka mit dem grünen Europaabgeordneten und DDR-Bürgerrechtler Werner Schulz.

Pressemitteilung "Präsident Putin regiert wieder mit harter Hand", 7. Mai 12

19. April 2012

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Berliner Zeitung "Timoschenko fehlt beim Prozess"

Die einstige Ikone der Orangenen Revolution steht erneut vor Gericht. Doch das zweite Verfahren gegen Julias Timoschenko beginnt ohne die Angeklagte. Über den Gesundheitszustand der Ex-Regierungschefin ist ein Ärztestreit entbrannt.

Ohne die erkrankte Julia Timoschenko hat in der Ukraine der zweite Prozess gegen die inhaftierte Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko begonnen. Die Oppositionsführerin weigerte sich, an dem Verfahren wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung in der ostukrainischen Stadt Charkow teilzunehmen. Im Falle einer erneuten Verurteilung drohen ihr bis zu zwölf weitere Jahre Haft. Vor dem Gerichtsgebäude demonstrierten insgesamt rund 4000 Anhänger und Gegner Timoschenkos, wie die Polizei der Ex-Sowjetrepublik nach Medienangaben mitteilte.

In einer Mitteilung an das Gericht begründete Timoschenko ihr Fernbleiben am Mittwoch mit ihrer schweren Erkrankung. Am gleichen Tag schloss der ukrainische Justizminister Alexandr Lawrinowitsch praktisch aus, dass Timoschenko im Ausland behandelt werden kann.

Es widerspreche den ukrainischen Gesetzen, dass Strafgefangene aus welchen Gründen auch immer die Staatsgrenzen überschreiten dürfen, zitiert die Zeitung Ukrainskaja Prawda den Minister. „Dafür wäre eine Amnestie oder eine andere Entscheidung eines Gerichts nötig“, sagte er. Eine Möglichkeit zur Änderung der Gesetze sehe er nicht. „Es ist schwierig, sich das vorzustellen“, sagte er nach Angaben der Zeitung. „Aber theoretisch möglich ist alles, sogar ein Flug zum Saturn.“

Unmittelbar vor Beginn des neuen Prozesses am Donnerstag warf die zuständige Gefängnisärztin in Charkow ihren Kollegen von der Berliner Charité Verstöße gegen die medizinische Ethik aus politischen Gründen vor. „Einerseits behaupten sie, eine Therapie sei dringend erforderlich. Andererseits verschieben sie ihre Entscheidungen bewusst um vier bis fünf Tage, um sich mit irgendjemandem zu beraten. Als Ärztin fällt es mir schwer, diese Position zu verstehen“, sagte Tatjana Demtschenko, die Timoschenko im Straflager 54 betreut.

Charité-Ärzte: "Timoschenko ist schwer krank"

Die Charité bezeichnete die Vorwürfe als absurd. „Bei der medizinischen Stellungnahme zum Gesundheitszustand Frau Timoschenkos spielen ausschließlich medizinische Gesichtspunkte eine Rolle“, hieß es auf Nachfrage. „Der Vorwurf, hier aus politischen Gründen bestimmte Empfehlungen abzugeben wird entschieden zurückgewiesen.“

Auch eine Abstimmung mit politischen Gremien gebe es selbstverständlich nicht. Charité-Chef Karl Einhäupl und der Orthopäde Norbert Haas hatten die inhaftierte Oppositionspolitikerin am vergangenen Freitag besucht und die medizinischen Einrichtungen vor Ort inspiziert. Danach hatten sie gesagt, Timoschenko sei sehr krank und nicht verhandlungsfähig. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Markus Löning sagte der Frankfurter Rundschau, auch anderen früheren Politikern würden im Gefängnis gesundheitliche Vorsorge und Behandlung vorenthalten.

Menschenrechtsbeauftragter kritisiert "Resowjetisierung"

Löning hatte erst kürzlich den früheren Innenminister Juri Luzenko in einem ukrainischen Gefängnis besuchen dürfen. Er sei an Hepatitis erkrankt und ein halbes Jahr lang nicht adäquat behandelt worden, sagte Löning. „Die Justiz wird missbraucht und die Ärzte lassen sich missbrauchen, um politische Gegner zu bekämpfen“, kritisiert er. Es sei bitter, diesen Prozess der Resowjetisierung des Systems zu beobachten.

Die Verfahren gegen etliche frühere Regierungsmitglieder seien ein politischer Rachefeldzug von Präsident Viktor Janukowitsch, sagte auch der Grünen-Europaabgeordnete Werner Schulz. „Der Wahlfälscher Janukowitsch revanchiert sich brutal an den Leuten, die ihn mit der Orangen Revolution 2004 daran gehindert haben, bereits damals die Macht zu ergreifen.“ Der Präsident gerate immer mehr in Panik.

(c) Berliner Zeitung, mit dpa